Pflegeversicherungsbeitrag wird ab 01.07.2008 um 0,25 Prozent erhöht

Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Pflegeversicherung ist für alle Pflegekassen mit § 55 Abs. 1 SGB XI bundesweit einheitlich geregelt. Danach beträgt der Pflegesatz bereits seit dem 01.07.1996 1,7 Prozent. Ab dem 01.01.2005 wurde noch zusätzlich ein Beitragszuschlag für Kinderlose (sogenannter Kinderlosenzuschlag) in Höhe von 0,25 Prozent eingeführt.

Im Rahmen der Pflegereform wird der Beitragssatz zum 01.07.2008 um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Das bedeutet, dass dann ein höherer Beitragssatz zur Gesetzlichen Pflegeversicherung von 1,95 Prozent bzw. für Kinderlose 2,2 Prozent gilt.

Belastung der Arbeitnehmer

Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen nach § 58 Abs. 1 Satz 1 SGB XI den Beitrag zur Gesetzlichen Pflegeversicherung je zur Hälfte. Der Kinderlosenzuschlag hingegen ist vom Arbeitnehmer alleine aufzubringen (vgl. § 58 Abs. 1 Satz 3 SGB XI).

Das bedeutet, dass Arbeitnehmer ab 01.07.2008 grundsätzlich 0,975 zent (des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts) zur Gesetzlichen Pflegeversicherung zahlen müssen. Für Kinderlose erhöht sich dieser Anteil nochmals um 0,25 Prozent auf dann 1,225 Prozent.

Belastung der Rentner

Da Rentner den Beitragssatz zur Pflegeversicherung alleine – also ohne Beteiligung des Rentenversicherungsträgers – aufbringen müssen, muss aus der Rente ein Pflegeversicherungsbeitrag in Höhe von 1,95 Prozent bzw. von kinderlosen Rentnern von 2,2 Prozent geleistet werden. Damit wird die bereits beschlossene Rentenerhöhung zum 01.07.2008 um 1,1 Prozent bereits wieder um 0,25 Prozent „aufgezehrt“. Lesen Sie hierzu: Rentner haben durch Pflegereform wieder das Nachsehen

Hintergrund

Mit der alternden Bevölkerung steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Dies bedeutet, dass mehr Ressourcen benötigt werden, um die Pflegeleistungen zu finanzieren. Eine Erhöhung der Beiträge trägt auch dazu bei, diese steigenden Kosten zu decken.

Zudem ist eine angemessene Finanzierung entscheidend für die langfristige Nachhaltigkeit der Pflegeversicherung, welche aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt und auch künftig an Bedeutung gewinnen wird.

Mit der Beitragssatzerhöhung zum 01.07.2008 regiert der Gesetzgeber auf diese Entwicklungen und stabilisiert die Finanzen und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Sozialen Pflegeversicherung.

Hilfe- und Beratungsangebot

Rentenberater – gerichtlich zugelassen nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Rechtsberatungsgesetz (RBerG) – helfen in allen Angelegenheiten der Gesetzlichen Pflege- und Rentenversicherung kompetent weiter. Die gerichtlich geprüften Experten vertreten Ihre Mandanten in Widerspruchsverfahren und als Prozessagenten in Klageverfahren (Sozial- und Landessozialgericht) zur Durchsetzung der Leistungsansprüche.

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