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Entscheidungsgründe:

Die Berufung des Klägers ist zulässig, jedoch in der Sache nicht begründet. Denn der Kläger hat keinen Anspruch auf Feststellung einer Berufskrankheit nach Nr. 2402 der Anlage 1 zur BKV, weil weder die Erkrankungen am Skelettsystem des Klägers noch Gesundheitsstörungen der Niere mit hinreichender Wahrscheinlichkeit als Folge der beruflichen Tätigkeit des Klägers bei der Firma XY. festgestellt werden können. Auch die Anerkennung "wie" eine Berufskrankheit kommt hier nicht in Betracht, weil die hierfür erforderlichen Voraussetzungen ebenfalls nicht vorliegen.

Im vorliegenden Fall finden noch die Vorschriften der Reichsversicherungsordnung (RVO) Anwendung, weil der Eintritt des Versicherungsfalls vor Inkrafttreten des Siebten Buches Sozialgesetzbuch Gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII) am 1. Januar 1997 geltend gemacht wird (vgl. §§ 212 ff. SGB VII).

Nach § 551 Abs. 1 Satz 2 RVO sind Berufskrankheiten diejenigen Krankheiten, die die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates bezeichnet und die ein Versicherter bei einer versicherten Tätigkeit erleidet. Die Träger der Unfallversicherung sollen im Einzelfall eine Krankheit, auch wenn sie nicht in der BKV bezeichnet ist oder die dort bestimmten Voraussetzungen nicht vorliegen, "wie" eine Berufskrankheit entschädigen, sofern nach neuen Erkenntnissen die übrigen Voraussetzungen des § 551 Abs. 1 RVO erfüllt sind (§ 551 Abs. 2 RVO).

Zu den Berufskrankheiten zählen auch Erkrankungen durch ionisierende Strahlungen – BK Nr. 2402 der Anlage zur BKV. Eine solche Berufskrankheit liegt bei dem Kläger nicht vor: Der Kläger war während seiner elfjährigen Tätigkeit bei der Firma XY. in KN. neun Jahre lang als mitarbeitender Meister in der Uranwerkstatt einer äußeren und inneren beruflichen Strahlenexposition beim Umgang mit abgereicherten metallischen und oxidischen Uran-Isotopen sowie mit thoriumhaltigen Metallen ausgesetzt. Bei der mechanischen Bearbeitung sowie beim Schmelzvorgang dieser Metalle entstanden radioaktive Aerosole und Kontaminanten, die sowohl zur kutanen Belastung als auch zur inhalativen Aufnahme geführt haben. Dabei handelte es sich um eine Alpha- und Beta-Strahlenexposition gegenüber diesen Radionukliden und ihren Verfallsprodukten sowie um eine Einwirkung von Gammastrahlen vor allem aus äußeren Quellen. Die Strahlenbelastung, der der Kläger dadurch ausgesetzt war, war jedoch nach überzeugender Beurteilung des Sachverständigen Prof. Dr. ZZ. nicht geeignet, bei dem Kläger Gesundheitsschäden an den Knochen, der Niere oder im Bereich des Hör- und Gleichgewichtsorgans zu verursachen. Prof. Dr. ZZ. stützt seine Beurteilung in seinem strahlenschutzmedizinisch-klinischen Gutachten vom 25. Juni 2003 auf die gutachtliche Stellungnahme des Dr. OO., Leiter des Fachgebietes "Interne und Externe Dosimetrie, Biokinetik" am Institut für Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz in UU ... In dieser gutachtlichen Stellungnahme vom 13. Januar 2003 zur Strahlenbelastung des Klägers hat Dr. OO. die kumulative Äquivalentdosis des Skeletts errechnet. Die 50 Jahre Folgedosis für die Knochenoberflächen hat er für Uran mit 48 mSv und für Thorium mit 6.900 mSv abgeschätzt. Des Weiteren hat Dr. OO. mitgeteilt, dass sich in den ersten 20 Jahren nach Inkorporation bis 1999 erst etwa die Hälfte der 50-Jahre-Folgedosis durch Thorium aufgebaut hatte und die 20-Jahre-Folgedosis für die Knochenoberfläche aufgrund der Thoriuminkorporation 3600 mSv beträgt. Die personendosimetrische Kontrolle mittels amtlicher Filmdosimeter ergab bei dem Kläger eine Gesamt-Gamma-Dosis von 44,8 mSv. Prof. Dr. ZZ. hat für seine Beurteilung, ob der Kläger einer Strahlenbelastung ausgesetzt war, die geeignet ist, eine Knochenschädigung zu verursachen (biologische Dosis-Wirkungs-Beziehung), die von Dr. OO. in seiner Stellungnahme vom 13. Januar 2003 abgeschätzte 20-Jahre-Folgeäquivalentsdosis der Knochenoberfläche durch Thorium und Uran sowie die gemessene Gesamt-Gamma-Dosis addiert und dabei einen Wert von weniger als 3700 mSv () 3,75 Sv) errechnet. Er hat dargelegt, dass nach den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, die speziell an kindlichen, jugendlichen und erwachsenen Patienten in Gefolge einer Strahlentherapie von bösartigen Erkrankungen gewonnen worden sind, bei Erwachsenen erst nach einer Einwirkung einer Röntgen- oder Gammastrahlen-Dosis von 40 – 50 Gray (Gy) eine radiologisch nachweisbare, klinisch relevante Osteoporose beobachtet werden konnte (Sv = Gy x q; Gray (Gy) ist die Einheit der absorbierten Dosis; Sievert (Sv) ist die biologische Wirksamkeit verschiedener Strahlenqualitäten; q ist der Bewertungsfaktor der biologischen Wirksamkeit). Prof. Dr. ZZ. ist deshalb zu der überzeugenden Beurteilung gelangt, dass wegen der erheblichen Unterschreitung jeder terministischen Schwellendosis kein ausreichender Anhalt für eine radiogene und damit berufliche Verursachung der bei dem Kläger festgestellten Osteopenie besteht. Er hat zudem dargelegt, dass die bei dem Kläger diagnostizierten arthrotischen, osteochondrotischen und spondylotischen Veränderungen am Skelett nicht zu den typischen radiogenen Knochenveränderungen gehören. Zu solchen typischen radiogenen Knochenveränderungen gehören Wachstumsstörungen und Knochendeformitäten nach therapeutischer Bestrahlung im Kindesalter. Bei Erwachsenen wurden im Bereich hoch bestrahlter Skelettabschnitte produktive Ostitiden, hypertrophische Atrophien, Osteoporosen, Sklerosierungen, pseudozystisch-osteolytische Veränderungen und vor allem Osteoradionekrosen in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Eine Häufung von Arthosen an den größeren und kleineren Gelenken einschließlich derer an der Wirbelsäule oder Osteochondrosen im Wirbelkörperbereich mit Bandscheibenvorfall oder eine Spondylolisthesis wurde hingegen nach Auskunft des. Prof. Dr. ZZ. bisher nicht beschrieben, sie werden auch nicht mit der Einwirkung ionisierender Strahlung in Verbindung gebracht. Eine strahlenbedingte Knochenerkrankung kann deshalb bei dem Kläger nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. Prof. Dr. ZZ. ist sogar zu der Beurteilung gelangt, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine strahlenbedingte Knochenerkrankung bei dem Kläger vorliegt. Dass die von Prof. Dr. ZZ. seiner Beurteilung zugrunde gelegte Dosisabschätzung des Dr. OO. fehlerhaft ist, ist nicht ersichtlich. Dr. OO. hat für seine Berechnungen die von der Firma XY. vorgelegten Raumluftmessdaten ausgewertet. Für das Jahr 1979 lagen Werte der Aktivitätskonzentration in der Raumluft von Uran und Thorium vor. Für das Jahr 1980 fehlte eine solche Messung. Für die Jahre 1981 bis 1989 lagen Messungen nur für Uran vor. Insoweit wurde seitens der Firma XY. mitgeteilt, dass für die Zeit nach 1979 eine Thorium-Inhalation auszuschließen sei. Zudem lagen Dr. OO. die von dem Kläger protokollierten jährlichen Aufenthaltsdauern in den "Räumen O. XO." und dem "Gebäude XX.-Werkstatt" sowie die Ausscheidungsanalysenergebnisse von Uran im Urin aufgrund der Messungen im Forschungszentrum BM. und an der OC.Universität OQ. vor. Auf welchen Grundlagen und Annahmen seine Berechnungen darüber hinaus basieren, hat Dr. OO. zu Beginn seiner gutachtlichen Stellungnahme detailliert aufgeführt. Daraus und aus den folgenden Ausführungen lässt sich entnehmen, dass er sich dabei an den aktuellen Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (International Kommission on radiological Production, ICRP) orientiert hat. Die Dosiswerte (mSv) für Uran hat er sowohl aus den Daten der Aktivitätskonzentration in der Raumluft hergeleitet als auch aus der Uranaktivität im Tagesurin. Bei Errechnung der Dosiswerte aus den Daten der Aktivitätskonzentration in der Raumluft für Uran wurden die Werte ohne und mit einem Korrekturfaktor errechnet. Um den Widersprüchen zwischen den aus den Konzentrationen in der Atemluft zu erwartenden Belastungen und den durch die Urinmessungen nachgewiesenen Inkorporation Rechnung zu tragen, hatte die Aufsichtsbehörde verfügt, dass die im Betrieb gemessene Konzentrationen von in der Luft getragener Radioaktivität mit dem Faktor 3 zu multiplizieren ist. Da die Dosis aus den Messwerten der Aktivität im Urin zuverlässiger abgeschätzt werden kann als über die Aktivitätskonzentrationswerte in der Raumluft hat Dr. OO. für die Uran-Inkorporation die aus den Urinausscheidungsmessergebnissen abgeleite Dosis als maßgeblich erachtet. Diese war um ein Vielfaches höher als die Dosis, die auf Grundlage der Aktivitätskonzentration in der Raumluft abgeleitet wurde. Die von Prof. Dr. EE. vorgenommene Dosisabschätzung war für Dr. OO. nicht in jeder Hinsicht nachvollziehbar. So weist Dr. OO. darauf hin, dass zwar die Ermittlung der inkorporierten Aktivitäten aus den Daten der Aktivitätskonzentration in der Raumluft in der selben Weise erfolgt ist wie in seiner gutachtlichen Stellungnahme, dass jedoch die von Prof. Dr. EE. verwendeten Dosisfaktoren nicht den aktuellen Dosiskoeffizienten entspricht, wie sie zurzeit der Gutachtenerstellung durch Prof. Dr. EE. von der ICRP sowie in den EU-Grundnormen publiziert waren. Mit welchen biokinetischen und dosimetrischen Modellen die von Prof. Dr. EE. verwandten Dosisfaktoren ermittelt wurden, hat Prof. Dr. EE. nicht angegeben. Im Rahmen der Ermittlung der Dosis durch Uran aus den Ausscheidungsmessergebnissen zitiert Prof. Dr. EE. die von der Firma XY. ermittelten Werte (effektive Dosis von 312 mSv), gibt aber auch an, dass unter "sehr ungünstigen Bedingungen" sich "die gigantische effektive Dosis von 83.000 061 mSv allein durch Uran" errechnet. Er fügt dann hinzu, dass natürlich nicht erwiesen sei, dass diese ungünstigen Bedingungen zutreffend seien. Der Wert führe jedoch vor Augen, in welcher Spannweite sich die erlittene Strahlenbelastung des Klägers bewegt haben könne. Dr. OO. kritisiert zu Recht, dass Prof. Dr. EE. insoweit keinerlei Angaben macht, welche Modelle er zur Herleitung dieser hohen Dosis verwendet hat. Hierzu führt Dr. OO. aus, dass in einer vom Bundesamt für Strahlenschutz durchgeführten oberen Abschätzung mit den gegenwärtig gültigen ICRP-Modellen, die den Dosiskoeffizienten des Bundesanzeigers vom 23. Juli 2001 zugrunde liegen, und noch ungünstigeren Annahmen als sie Prof. Dr. EE. verwendet hat, lediglich eine effektive Dosis von 4300 mSv berechnet worden sei. Prof. Dr. EE. hat sich in seinen weiteren Stellungnahmen mit dieser von Dr. OO. geübten Kritik nicht auseinandergesetzt und auch seine Dosisbewertungen nicht weiter erläutert. Dass die erste Dosisabschätzung des Dr. OO. vom 13. Januar 2003 nicht zu niedrig war, belegt der Vergleich der Uran-Messwerte vom linken Hüftknochen des Klägers mit der 2003 abschätzten Strahlendosis am Skelett in Folge der Urankonzentration in der Raumluft. Denn insoweit besteht eine weitgehende Übereinstimmung, während die höhere Dosisabschätzung für Uran aus dieser Stellungnahme, die auf den Urinmessungen basierte, zu hoch erscheint. Gleiches gilt für die Dosisabschätzung für Thorium, die im Jahre 2003 auf der Raumluftmessung eines Jahres basierte. Die berechneten Knochendosen für den Femurkopf des linken Hüftgelenkes des Klägers aus den gemessenen Inkorporationswerten ergeben für Uran eine 50-Jahre-Folgeäquivalentdosis von weniger als 100 mSv und für Thorium von weniger als 10 mSv. In der Summe ergibt es sich eine 50-Jahre-Folgeäquivalentdosis von maximal 110 mSv, die nach Aussage des Prof. Dr. ZZ. unter keinen Umständen geeignet ist, eine derteministische Strahlenschädigung am Knochengewebe zu induzieren. Auch Prof. Dr. EE. geht in seiner weiteren Stellungnahme vom 23. September 2007 nicht mehr davon aus, dass an den Knochen des Klägers Strahlenschäden entstanden sind. Er vertritt nunmehr die Auffassung, dass die chemische Giftigkeit des abgereicherten Uran im Vordergrund stehe. Gesundheitsschäden in Folge einer chemischen Giftigkeit sind jedoch keine Berufskrankheit im Sinne der Nr. 2402.

Die bei dem Kläger im Jahre 1990 ebenfalls diagnostizierte Hyperkalzurie kann auch nach Auffassung des Prof. Dr. EE. nicht als Berufskrankheit nach Nr. 2402 der Anlage zur BKV anerkannt werden. Er ist der Auffassung, dass der Kläger keiner Strahlenbelastung ausgesetzt war, die geeignet gewesen ist, einen Nierenschaden zu verursachen.

Die bei dem Kläger diagnostizierte Hyperkalzurie und Osteopenie können auch nicht wie eine BK nach § 551 Abs. 2 RVO anerkannt werden.

Eine Schwermetallvergiftung durch Uran ist nicht als Listenkrankheit aufgeführt. Die Nrn. 1101 ff. der Anlage 1 zur BKV betreffen die chemische Einwirkung durch andere Metalle, Uran ist nicht aufgeführt, so dass insoweit nur die Anerkennung als "wie" BK gemäß § 551 Abs. 2 RVO in Betracht kommen kann. Die diesbezüglichen Voraussetzungen liegen jedoch nicht vor. Denn es gibt keine ausreichenden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass eine chronische Exposition gegenüber unlöslichen Uranverbindungen, wie Urantrioctoxid geeignet ist, Nierenschäden und als deren Folge eine Schädigung der Knochen zu verursachen: Prof. Dr. EE. vertritt in seiner Stellungnahme vom 23. September 2007 die Auffassung, bei dem Kläger sei in Folge einer chemischen Einwirkung des Urans als Metall eine primäre Nierenschädigung eingetreten, die sekundär zu Schäden am Skelettsystem des Klägers geführt hätte. Prof. Dr. EE. differenziert dabei nicht zwischen einer Exposition gegenüber Uran in Form seiner löslichen Verbindungen und unlöslichen Uranoxiden, wie z.B. dem schwerlöslichen Triuranoktaoxid gegenüber dem der Kläger exponiert war. Nach den überzeugenden Darlegungen des Prof. Dr. ZZ. und des Prof. Dr. ÄÄ. ist jedoch zwischen einer Exposition gegenüber unlöslichen Verbindungen und einer Exposition gegenüber löslichen Verbindungen zu unterscheiden, weil die jeweilige chemische Toxizität unterschiedlich ausgeprägt ist. Nach Auskunft des Prof. Dr. ÄÄ. besitzt Uran wie alle Schwermetalle vor allem in seinen löslichen Verbindungen eine ausgeprägte chemische Toxizität, die auf den chemisch-physikalischen Eigenschaften des Metalls, insbesondere der Elektronenkonfiguration beruht. Zielorgane der chemischen Toxizität von Uran sind insbesondere bei einer chronischen Belastung die Niere und je nach Expositionsdosis und Aufnahmeweg auch die Leber und die Lunge. Relativ wasserlösliche Verbindungen wie Uran Fluorid, Uran Hexafluorid und Uran Tetrachlorid sind am stärksten nierentoxisch, während unlösliche Verbindungen wie Uran Tetrafluorid und Triuranoktaoxid ein geringes nierentoxisches Potential aufweisen. Letztere Verbindungen zeigen jedoch bei inhalativer Aufnahme ein höheres Potenzial für toxische Wirkungen auf die Lunge. Laut Prof. Dr. ÄÄ. werden etwa 6,4 % von inhalierten löslichen DU-Verbindungen und 0,3 % von unlöslichen Verbindungen letztlich zu den Nieren transportiert. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass bei der inhalativen Aufnahme von dispergiertem Uran oder der unlöslichen Oxide eher ein radiologisches als ein chemisch- toxisches Risiko besteht. Der Aussage des Prof. Dr. EE. in dessen gutachtlicher Stellungnahme vom 23. September 2007, dass nach dem Stand der Wissenschaft bereits Urandosen, wie sie auf die Bevölkerung in geologisch belasteten Regionen aus natürlichen Quellen - d.h. über die Nahrung und über das Trinkwasser – einwirken eine Giftwirkung auf den Knochenstoffwechsel zeigen, kann nach Aussage des Prof. Dr. ÄÄ. zugestimmt werden soweit es sich um eine Exposition gegenüber Uran in seinen löslichen Verbindungen handelt. Dass die Exposition gegenüber unlöslichem Uranoxid die gleiche Wirkung entfaltet, ist aufgrund von Tierversuchen und epidemiologischen Beobachtungen nicht belegt. Prof. Dr. ÄÄ. führt unter Hinweis auf die entsprechenden Quellen aus, dass in tierexperimentellen Untersuchungen die chronische Inhalation von unlöslichen Uranoxiden selbst bei hohen Expositionskonzentrationen von 5 – 10 mg pro m³ über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren zu keinen pathologischen Nierenbefunden geführt hat. Die von Prof. Dr. EE. zitierten Veröffentlichungen, die belegen sollen, dass Uran und Uranverbindungen das Knochenwachstum und den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen sowie zu Nierenschäden führen können, betreffen nach Aussage des Prof. Dr. ÄÄ. bis auf zwei Veröffentlichungen Expositionen gegenüber dem Uran in seiner löslichen Form. So werden von Prof. Dr. EE. zwei tierexperimentelle Untersuchungen angeführt, die von Diaz Sylvester et al. 2002 und die von Tissandié et al. 2006, die das unlösliche Uranoxid betreffen. In beiden Untersuchungen wurden Hochkonzentrationen von 125 – 204 mg Uran pro Körpergewicht einmalig unter die Haut oder in den Magen der Versuchstiere eingebracht. In der Studie von Diaz Sylvester et al. zeigte sich den Autoren zu Folge erstmals der Nachweis einer Knochenschädigung durch eine Uranzufuhr in nicht tödlicher Dosis im Tierversuch an Ratten. Im zweiten Fall, der Untersuchung von Tissandié et al., zeigte sich, dass eine Verabreichung von Uran in subletalen Dosen zunächst zu einem Anstieg und nachfolgend zu einer Verminderung der Plasmakonzentration des Vitamins D führte, gefolgt von einer Verminderung des Parathormons, ein Hormon der Nebenschilddrüse, das den Calcium- und Phosphatstoffwechsel steuert. Diese Ergebnisse nach der Gabe von unlöslichem Uranoxid im Tierversuch können nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die bei diesen Untersuchungen verwandten hohen Konzentrationen von Uran pro Körpergewicht und auch die Applikationsart nicht den Schluss zulassen, dass eine niedrig dosierte chronische Exposition gegenüber unlöslichem Uranoxid beim Menschen zu den gleichen Ergebnissen führt. Die übrigen von Prof. Dr. EE. zitierten Untersuchungen betreffen lösliches Urannitrat und überwiegend Untersuchungen zur Toxizität von Uran im Trinkwasser. Diese Untersuchungsergebnisse können, wie bereits dargelegt, nicht auf eine Exposition gegenüber unlöslichen Uranverbindungen übertragen werden, weil sich die chemische Toxizität nicht in beiden Fällen gleich auswirkt.

Da folglich die bei dem Kläger festgestellten Erkrankungen wie Osteopenie und Hyperkalzurie nicht auf die berufliche Exposition des Klägers gegenüber Uran und Thorium zurückgeführt werden können, kann eine Anerkennung dieser Erkrankungen weder als BK nach § 551 Abs. 1 RVO noch wie eine BK nach § 551 Abs. 2 RVO erfolgen und war die Berufung zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung folgt aus § 193 SGG, die über die Nichtzulassung der Revision aus § 160 SGG.

Die Veröffentlichung des Urteils erfolgt nach ausdrücklicher Genehmigung durch den Präsidenten des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main. Eine Nutzung dieses Urteils von Sozialversicherung-kompetent.de zur gewerblichen Nutzung ist untersagt.

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