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Entscheidungsgründe:

Die zulässige Berufung ist unbegründet. Das Urteil des Sozialgerichts Marburg vom 13. Oktober 2009 ist nicht zu beanstanden. Der Bescheid der Beklagten vom 14. August 2008 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 12. März 2009 ist zu Recht ergangen. Der Kläger hat gegen die Beklagte keinen Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Gemäß § 43 Abs. 1 und 2 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch (SGB VI) in hier maßgeblichen – ab 1. Januar 2001 geltenden – Fassung des Gesetzes zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vom 20. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1827) haben Versicherte bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres Anspruch auf Rente wegen teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung, wenn sie 1. teilweise bzw. voll erwerbsgemindert sind, 2. in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben und 3. vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit erfüllt haben. Teilweise erwerbsgemindert sind gemäß § 43 Abs. 1 Satz 2 SGB VI Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Voll erwerbsgemindert sind gemäß § 43 Abs. 2 Satz 2 SGB VI demgegenüber Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Voll erwerbsgemindert sind nach § 43 Abs. 2 Satz 3 SGB VI auch 1. Versicherte nach § 1 Satz 1 Nr. 2 SGB VI, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, und 2. Versicherte, die bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert waren, in der Zeit einer nicht erfolgreichen Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Erwerbsgemindert ist der Vorschrift des § 43 Abs. 3 SGB VI zufolge nicht, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen.

Der Kläger hat keinen Anspruch auf Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung gegen die Beklagte, weil seine Erwerbsfähigkeit nicht in rentenberechtigendem Ausmaß auf einen zeitlichen Umfang von weniger als sechs Stunden oder gar weniger als drei Stunden arbeitstäglich herabgemindert ist, und damit die Voraussetzungen des § 43 Abs. 1, Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Satz 2 SGB VI nicht erfüllt sind. Vielmehr ist der Kläger im Sinne des § 43 Abs. 3 SGB VI nicht erwerbsgemindert, da er noch wenigstens arbeitstäglich zumindest leichte körperliche Tätigkeiten bis hin zu gelegentlich mittelschweren körperlichen Tätigkeiten verrichten kann. An qualitativen Einschränkungen hat der Kläger hierbei zu beachten, dass ihm ausschließliches, ununterbrochenes Sitzen oder Stehen über einen gesamten Arbeitstag nicht zuzumuten ist. Überkopfarbeiten sind ihm nur gelegentlich möglich, gleiches gilt für Hebe- und Bückbelastungen oder Tätigkeiten in sonstigen Zwangshaltungen. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sind zu meiden.

Diese Einschätzung des Leistungsvermögens ergibt sich nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sowohl des Sozialgerichtes als auch nach weiteren Beweiserhebungen durch den Senat selbst. Demnach ist die Erwerbsfähigkeit des Klägers insbesondere auf orthopädischem Fachgebiet in qualitativer Hinsicht beeinträchtigt. Dies ergibt sich bereits in schlüssiger Hinsicht aus dem vom Sozialgericht Marburg von Amts wegen angeforderten medizinischen Sachverständigengutachten des Facharztes für Chirurgie Dr. S. vom 5. August 2009, der nach körperlicher Untersuchung des Klägers zu der Einschätzung gelangt ist, dem Kläger seien noch wenigstens sechs Stunden arbeitstäglich zumindest leichte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar, wobei bereits Dr. S. Tätigkeiten in Verbindung mit Hebe- und Trageleistungen und in ungünstiger Körperhaltung sowie überwiegend im Stehen und Gehen ausgeschlossen hat, auch Überkopfarbeiten sollten aufgrund der Funktionsstörungen des rechten Schultergelenkes vermieden werden. Insoweit ist das Sozialgericht nach zutreffender Beweiswürdigung und Auswertung der von ihm im Übrigen erhobenen Befundunterlagen zu der zutreffenden Einschätzung gelangt, dass bei dem Kläger eine Minderung des zeitlichen Erwerbsvermögens im rentenmaßgeblichen Umfang nicht eingetreten ist. Der Senat schließt sich der Einschätzung des Sozialgerichts an und nimmt im Übrigen Bezug auf die zutreffenden Ausführungen im Urteil vom 13. Oktober 2009 (§ 153 Abs. 2 Sozialgerichtsgesetz –SGG-).

Auch die weiteren Ermittlungen des Senates haben eine hiervon abweichende Einschätzung des Erwerbsvermögens des Klägers nicht ergeben. So haben sich die Angaben des Klägers, sein gesundheitliches Leistungsvermögen habe sich verschlechtert, nicht bestätigt. Eine Verschlechterung ergibt sich bereits nicht aus den von ihm selbst übersandten Bericht des Kreiskrankenhauses I. vom 19. April 2010, aus dem sich eine erhebliche Bewegungseinschränkung in orthopädischer Hinsicht, insbesondere der Schultergelenke, nicht entnehmen lässt, wobei jedoch die Beweglichkeit als schmerzhaft beschrieben wurde. Insbesondere nach der Erstellung des Sachverständigengutachtens des Facharztes für Orthopädie Dr. C. im Rahmen der von Amts wegen ermittelten Befunde durch den Senat im Gutachten vom 10. Dezember 2010 ist für den Senat erwiesen, dass sich eine Änderung des qualitativen und quantitativen Leistungsvermögens des Klägers im Verhältnis zum Vorgutachten des Dr. S. nicht ergeben hat. Unter ausführlicher Befunderhebung in orthopädischer Hinsicht sowie unter Heranziehung aktueller bildgebender Materialien vom September 2010 und unter umfassender Würdigung der erhobenen Befunde ist der Gerichtssachverständige Dr. C. zu der Einschätzung eines wenigstens sechsstündigen Leistungsvermögens für leichte Tätigkeiten unter den bereits benannten qualitativen Einschränkungen gelangt. An dieser Leistungseinschätzung aufgrund des sorgfältigen Sachverständigengutachtens zweifelt der Senat nicht. Bei den Diagnosen einer geringen, nicht altersunüblichen Bandscheibenzermürbung zwischen dem 5. und 6. Halswirbel, einer dem Alter vorauseilenden Bandscheibenzermürbung an der unteren Lendenwirbelsäule, einer altersüblichen Verschleißumformung des rechten Schultereckgelenkes, einer geringen, nicht altersunüblichen Aufbrauchserscheinung des linken Schultereckgelenkes und der subjektiven Angabe des Klägers von Knieschmerzen rechts ist der Sachverständige Dr. C. auch zur Überzeugung des Senates zu einer zutreffenden Leistungseinschätzung gelangt. Zu weiteren Ermittlungen fühlt sich der Senat nicht gedrängt, da Gesundheitsstörungen auf anderen Gebieten offenbar geringgradig sind. Auf neurologischem bzw. psychiatrischem Fachgebiet bestehen keine weiteren Anhaltspunkte für die Notwendigkeit einer erneuten neurologisch/psychiatrischen Begutachtung. Weder der Kläger noch der Sachverständige Dr. C. haben relevante neue seelische Einschränkungen des Klägers beschreiben können. Die von Dr. C. beschriebenen Befunde rechtfertigen nach seiner schlüssigen Leistungsbeurteilung keine Einschränkung des zeitlichen Leistungsvermögens von weniger als sechs Stunden arbeitstäglich in sozialmedizinischer Hinsicht. Anhaltspunkte für das Vorliegen weitergehender Gesundheitsbeeinträchtigungen mit zusätzlicher leistungsmindernder Bedeutung sind vom Kläger weder aufgezeigt worden noch sonst ersichtlich. Das Vorbringen des Klägers, es sei eine wesentliche Verschlechterung seines Gesundheitszustandes eingetreten, hat sich somit nach den weiteren Ermittlungen des Senates nicht bewahrheitet.

Auch ist die Resterwerbsfähigkeit des Klägers im Arbeitsleben wegen der Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht praktisch unverwertbar. Denn es gab und gibt zur Überzeugung des Gerichtes auf dem für den Kläger in Betracht kommenden Arbeitsmarkt noch eine nennenswerte Zahl von Tätigkeiten, die er trotz seines qualitativ eingeschränkten Leistungsvermögens ausüben kann. Insbesondere besteht weder eine Summierung ungewöhnlicher Leistungsbeeinträchtigungen bei dem Kläger noch eine spezifische Leistungsbeeinträchtigung; Anhaltspunkte für das Vorliegen einer derart gravierenden Gesundheitsstörung ergibt sich aus dem vorliegenden Sachverständigengutachten nicht.

Der Kläger hat zudem keinen Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bei Berufsunfähigkeit. Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung hat gemäß § 240 Abs. 1 SGB VI - bei Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen (Vorversicherungzeit und Wartezeiterfüllung, vgl. § 43 Abs. 1 Nr. 2 und 3 SGB VI) - bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze, wer vor dem 2. Januar 1961 geboren und berufsunfähig ist. Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden gesunken ist (§ 240 Abs. 2 Satz 1 SGB VI). Der Kreis der Tätigkeiten, nach denen die Erwerbsfähigkeit von Versicherten zu beurteilen ist, umfasst alle Tätigkeiten, die ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechen und ihnen unter Berücksichtigung der Dauer und des Umfangs ihrer Ausbildung sowie ihres bisherigen Berufes und der besonderen Anforderungen ihrer bisherigen Berufstätigkeit zugemutet werden können (§ 240 Abs. 2 Satz 2 SGB VI). Nach § 240 Abs. 2 Satz 4 SGB VI ist nicht berufsunfähig, wer eine zumutbare Tätigkeit mindestens sechs Stunden täglich ausüben kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen.

Der Kläger ist nicht im Sinne dieser Bestimmung berufsunfähig, selbst wenn er nicht mehr im erlernten Beruf des Metallbauschlossers tätig sein kann, da er der Arbeitsschwere nicht mehr gewachsen ist. Ausgangspunkt ist die Qualifikation des Klägers als Facharbeiter. Zwar hat der Kläger unstreitig die Meisterprüfung in seinem Handwerk abgelegt; seine letzte versicherungspflichtige Beschäftigung entspricht jedoch der Qualifikation eines (schlichten) Facharbeiters, wie es sich aus der Auskunft der Arbeitgeberin des Klägers an die Beklagte am 3. Februar 2009 ergibt. Als Facharbeiter muss sich der Kläger objektiv und subjektiv zumutbar auf Tätigkeiten eines Telefonisten, eines Poststellenmitarbeiters, eines Warenaufmachers bzw. Versandfertigmachers oder Kommissionierers und eines Montierers bzw. Gerätezusammensetzers verweisen lassen.

Der Kreis der Tätigkeiten, nach denen die Erwerbsfähigkeit von Versicherten zu beurteilen ist, umfasst gemäß § 240 Abs. 2 Satz 2 SGB VI alle Tätigkeiten, die (objektiv) ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechen und ihnen (subjektiv) unter Berücksichtigung der Dauer und des Umfangs ihrer Ausbildung sowie ihres bisherigen Berufes und der besonderen Anforderungen ihrer bisherigen Berufstätigkeit zugemutet werden können. Das Gesetz räumt den Versicherten einen Anspruch auf Gewährung von Versichertenrente wegen Berufsunfähigkeit also nicht bereits dann ein, wenn sie ihren versicherungspflichtig ausgeübten - bisherigen Beruf bzw. ihre bisherige Berufstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Vielmehr wird von den Versicherten verlangt, dass sie - immer bezogen auf ihren bisherigen Beruf - einen zumutbaren beruflichen Abstieg in Kauf nehmen und sich vor Inanspruchnahme der Rente mit einer geringerwertigen Erwerbstätigkeit zufrieden geben (vgl. BSGE 41, 129, 131). Nur wer sich nicht in dieser Weise auf einen anderen Beruf verweisen lassen muss, ist berufsunfähig im Sinne des Gesetzes. Zugemutet werden im Sinne des § 240 Abs. 2 Satz 2 SGB VI können den Versicherten alle von ihnen nach ihren gesundheitlichen Kräften und ihren beruflichen Kenntnissen und Fähigkeiten ausführbaren, auch berufsfremden Tätigkeiten, die nach der im Gesetz angeführten positiven Kennzeichnung (Ausbildung und deren Dauer, besondere Anforderungen, Bedeutung des Berufs im Betrieb) dem bisherigen Beruf nicht sonderlich fern stehen (vgl. z.B. BSGE 38, 153; BSGE 41, 129, 132; BSG SozR 2200, § 1246, Nrn. 27, 29; - ständige Rechtsprechung). Zur praktischen Ausfüllung dieser Rechtssätze ist das Bundessozialgericht auf Grund einer Beobachtung der tatsächlichen Gegebenheiten der Arbeits- und Berufswelt, wie sie u.a. auch in Tarifverträgen Ausdruck finden, zu der generellen Feststellung gelangt, dass sich die Arbeiterberufe in mehrere nach ihrer Leistungsqualität (nicht nach der Entlohnung oder nach dem Prestige) hierarchisch geordnete Gruppen aufgliedern: Die unterste Gruppe mit dem Leitberuf der Ungelernten, sodann die Gruppe mit dem Leitberuf der Angelernten (mit sonstiger, nicht den Facharbeitern entsprechender Ausbildung), ferner die Gruppe mit dem Leitberuf der Facharbeiter (mit einer Regelausbildung von mehr als zwei, regelmäßig von drei Jahren) sowie die Gruppe mit dem Leitberuf der Vorarbeiter mit Vorgesetztenfunktion, mit denen die besonders qualifizierten Facharbeiter gleich zu behandeln sind (sog. "Mehr-Stufen-Schema", vgl. z.B. BSG SozR 2200, § 1246, Nrn. 16, 27, 29, 51, 85, 86, 95, 126 und 132; - ständige Rechtsprechung). Als zumutbaren beruflichen Abstieg hat die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts jeweils den Abstieg zur nächst niedrigeren Gruppe angenommen. Hiernach können z.B. Versicherte, die nach ihrem bisherigen Beruf in die Gruppe mit dem Leitberuf der Facharbeiter fallen, auf Tätigkeiten aus der Gruppe mit dem Leitberuf der Angelernten (sonstige Ausbildungsberufe) verwiesen werden, grds. jedoch nicht auf Tätigkeiten aus der Gruppe mit dem Leitberuf der Ungelernten (vgl. BSGE 43, 243, 246; BSGE 55, 45). Ausschlaggebendes Merkmal für die Einstufung in das Mehr-Stufen-Schema ist der qualitative Wert der verrichteten Arbeit für den Betrieb, der wiederum abgesehen von der Ausbildung sich auch nach den anderen Merkmalen bemisst, wie z.B. nach der tariflichen Einstufung und damit der Höhe der Entlohnung, nach der Dauer der Berufsausübung und den Anforderungen an die Verantwortlichkeit sowie nach der Bedeutung der bisherigen Tätigkeit für den Betrieb. Es ist somit eine Gesamtschau aller in Betracht kommenden Gesichtspunkte anzustellen (vgl. BSGE 73, 159, 161).

Ausgehend von der Einstufung als Facharbeiter muss sich der Kläger nach den oben angegebenen Grundsätzen zur Verwertung des Restleistungsvermögens sozial zumutbar verweisen lassen auf all diejenigen Tätigkeiten, die zu den Facharbeiterberufen und den staatlich anerkannten Ausbildungsberufen gehören, oder die eine echte betriebliche Ausbildung von wenigstens drei Monaten Dauer erfordern, wenn der Kläger dazu gesundheitlich im Stande und beruflich fähig ist. Ein Facharbeiter kann darüber hinaus auch auf Tätigkeiten aus der Gruppe der ungelernten Arbeiter verwiesen werden, wenn sich die Tätigkeiten aus dem Kreis ungelernter Tätigkeiten innerhalb des Betriebes und dem Ansehen, aber auch unter Berücksichtigung ihrer tariflichen Eingruppierung im Vergleich mit anderen Tätigkeiten besonders herausheben. Dabei sollen diese ungelernten Tätigkeiten wegen ihrer Qualität tariflich etwa gleich hoch wie die sonstigen Ausbildungsberufe eingestuft sein (vgl. BSG, SozR 2200, § 1246, Nr. 116 und Nr. 147; BSG SozR 3-2200, § 1246, Nr. 17; jeweils m.w.N.).

Als solche Tätigkeiten kommen bei dem Kläger nach den zum Gegenstand des Rechtsstreites und der mündlichen Verhandlung gemachten Auskünften der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit vom 19. Januar 2009 und 28. Februar 2010 aus gleichgelagerten Rechtsstreiten diejenigen eines Telefonisten, eines Poststellenmitarbeiters in Betrieben und Behörden, eines Warenaufmachers und Versandfertigmachers sowie eines Montierers und Gerätezusammensetzers in Betracht.

Die Tätigkeit eines Telefonisten umfasst die Bedienung von Telefon-/Fernsprechzentralen. Dazu gehört die Erteilung von Auskünften, die Weiterleitung und Registrierung von Gesprächen, die Entgegennahme und Weitergabe von Telefonnotizen, Telefaxen, E Mails u. ä. Die Anforderungen an Telefonisten sind aufgrund der Tatsache, dass diese in allen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung tätig sind, recht unterschiedlich. Während sich in großen Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungen die Tätigkeiten in der Regel auf das Bedienen einer z. T. recht umfangreichen Telefonanlage beschränken, findet man in kleineren und mittleren Betrieben und Organisationen häufig eine Funktionskoppelung mit einfachen Bürotätigkeiten, Schreibtätigkeiten sowie Empfangs- und Pförtnertätigkeiten. Oft sind allgemeine PC-Kenntnisse (Word, Excel, Outlook) erwünscht, im Einzelfall auch kaufmännische Grundkenntnisse. Es handelt sich um eine körperlich leichte Arbeit in geschlossenen temperierten Räumen. Die Tätigkeit kann in wechselnder Körperhaltung, überwiegend im Sitzen, zeitweise im Stehen und Gehen ausgeübt werden. Eine wechselnde Arbeitshaltung ist durch den Einsatz ergonomisch gestalteter Arbeitsplatzausstattungen möglich. Die Tätigkeit erfordert gute Sprech- und Hörfähigkeit. Gelegentlich ist Zeitdruck nicht auszuschließen.

Die Tätigkeit eines Poststellenmitarbeiters umfasst die Entgegennahme und das Öffnen der täglichen Eingangspost (Postsäcke, Postkörbe, Pakete, Briefsendungen, u.a.) sowie der Hauspost, die Entnahme des Inhaltes von Postsendungen, die Überprüfung der Vollständigkeit, das Anbringen eines Posteingangsstempels bzw. eines Eingangs-/Weiterleitungsvermerkes, das Anklammern der Anlagen; das Auszeichnen, Sortieren und Verteilen der Eingangspost innerhalb der Poststelle in die Fächer der jeweils zuständigen Abteilungen. Poststellenmitarbeiter/innen bereiten die Ausgangspost vor. Dies geschieht durch Falzen und Kuvertieren, Wiegen und Feststellen des Brief-/Paketportos, Frankieren per Hand bzw. mit Frankiermaschinen, das Packen von Päckchen und Paketen, das Eintragen von Wert- und Einschreibesendungen in Auslieferungsbücher. Üblich ist der Umgang mit Bürokommunikationsmitteln, wie PC, Scanner, Faxgeräte und Kopierer sowie Brieföffnungsmaschinen, Kuvertiermaschinen, Frankiermaschinen. Es handelt sich dabei um eine körperlich leichte, gelegentlich mittelschwere Arbeit in geschlossenen, temperierten, oft klimatisierten Räumen, z. T. in Großraumbüros (Poststelle). Es wird überwiegend im Sitzen, zeitweise im Stehen und Gehen gearbeitet. Eine wechselnde Arbeitshaltung ist durch den Einsatz ergonomisch gestalteter Arbeitsplatzausstattungen möglich. Die Tätigkeit erfordert keine besonderen Anforderungen an das Seh- und Hörvermögen sowie die Feinmotorik der Hände. Die erforderlichen Lese- und Schreibkenntnisse sind als normal zu bewerten. Arbeiten unter gelegentlichem Stress und Zeitdruck sind nicht auszuschließen.

Die wesentlichen Aufgaben von Warenaufmachern bzw. Versandfertigmachern umfassen das verschönernde und zweckbedingte Aufmachen von Erzeugnissen der gewerblichen Wirtschaft und die vorbereitenden Arbeiten für deren Versand. Im Einzelnen wären hier zu nennen: Das Entfernen produktionsbedingter Verschmutzungen durch Blankreiben, Polieren, das Aufkleben, Einnähen oder Befestigen von Reklame-, Prüf-, Waren- oder Gütezeichen, Etiketten, Preisauszeichnungen, das Abzählen, Abwiegen, Abmessen oder Abfüllen von Waren, das Einwickeln bzw. Einlegen von Waren in Papp- oder Holzschachteln, Kisten oder sonstigen Behältnissen, verkaufsfördernden Zierhüllen oder Zierkartons, das Verschließen dieser Behältnisse, das Anbringen von Kennzeichen oder Versandhinweisen. Schließlich gehört zu ihren Aufgaben auch, die Waren in geeigneter Form manuell oder maschinell zu verpacken und für den Versand auszuzeichnen. Für diese Tätigkeiten sind in der Regel keine Lese- und Rechtschreibkenntnisse erforderlich. Warenaufmacher und Versandfertigmacher können in Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche tätig sein. Eine vollständige Auflistung ist nicht möglich (beispielhafte Auswahl: Handel, Nahrung und Genussmittel, Chemie, Pharmazie, Metall- und Elektroindustrie, Herstellung und Reparatur von Büromaschinen und Computern, Textil, Bekleidung, Leder, Kunststoff, Holz und Möbel, Glas, Keramik, Feinmechanik, Optik). Bei dieser Tätigkeit handelt es sich um körperlich leichte Arbeiten in geschlossenen Räumen oder Lagerhallen, überwiegend sitzend mit gelegentlichem Gehen. Ein Wechsel zwischen Sitzen und Stehen ist meist möglich. Funktionstüchtigkeit beider Arme und Hände sollte gegeben sein (z.B. für beidhändiges Arbeiten).

Die wesentlichen Aufgaben eines Montierers bzw. Gerätezusammensetzers umfassen auf wenige Handgriffe beschränkte, leicht erlernbare Tätigkeiten beim Herstellen von Bauelementen, Modulen und Geräten aus Metall oder Kunststoff durch Zusammenfügen, Montieren oder Verbinden fertiger Einzelteile zu Halb- oder Fertigprodukten, z.B. durch Verschrauben, Löten, Schweißen, Nieten, Kleben, Stecken, Klemmen. Dies geschieht meist in der Serienfertigung. In der Großserienfertigung sind die Arbeitsabläufe in der Regel weitgehend automatisiert und arbeitsteilig organisiert. In verschiedenen Fertigungsbereichen erfolgt die Montage auch unter Einsatz von Fertigungsautomaten. Teilweise erfolgt eine Sichtkontrolle oder eine Funktionsprüfung. Arbeitsplätze dieser Art findet man in allen Bereichen der feinmechanischen, optischen, Metall- und Elektroindustrie sowie in der Kunststoffindustrie. Es handelt sich zumeist um körperliche leichte Arbeiten in geschlossenen Räumen, überwiegend in sitzender Körperhaltung. Erforderlich sind ein gutes Sehvermögen, handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit. Gleichwohl wird ein gewisses Maß an Genauigkeit, Sorgfalt, Geduld, Ausdauer, Daueraufmerksamkeit und an das Konzentrationsvermögen gestellt. Abhängig vom Betrieb kann auch Zeitdruck sowie Schichtarbeit vorkommen.

Sämtliche der beim Kläger zu beachtenden qualitativen, vornehmlich auf orthopädischem Gebiet bestehenden körperlichen Einschränkungen sind in Ansehung der vorbeschriebenen leichten Tätigkeiten bei der Arbeitsausübung beachtet, so dass der Kläger in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung dieser Tätigkeiten wenigstens sechs Stunden arbeitstäglich in der Lage ist.

Im Übrigen muss sich der Kläger auch subjektiv auf diese Tätigkeiten verweisen lassen. Dies ergibt sich aus den dem Senat vorliegenden Auskünften von Tarifvertragsparteien, die den Beteiligten zur Stellungnahme übersandt worden sind und die vom Senat zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung gemacht worden sind. Wie sich aus der den Beteiligten zur Stellungnahme übersandten Auskunft des Verbandes Großhandel, Außenhandel, Verlage und Dienstleistungen Hessen e.V. (AGH) vom 25. Januar 2011 und aus dem für diesen Verband geltenden Gehalts- und Lohntarifvertrag ergibt, werden Telefonisten in die Gehaltsgruppe II und III, Poststellenmitarbeiter in die Gehaltsgruppe II, Warenaufmacher, Versandfertigmacher und Kommissionierer in die Lohngruppe 2 und 3 sowie Montierer in die Lohngruppen 3 und 4 eingruppiert. Aus der gleichfalls den Beteiligten zur Stellungnahme übersandten Auskunft des Unternehmerverbandes Hessischer Einzelhandel Mitte-Süd e.V. vom 7. Februar 2011 ergeben sich die Eingruppierungen nach dem Lohn- und Gehaltstarifvertrag für den hessischen Einzelhandel. Hiernach werden Telefonisten und Poststellenmitarbeiter nach der Gehaltsgruppe I a zu § 3 B des Gehaltstarifvertrages, Montierer in der Lohngruppe II d des Lohntarifvertrages vergütet. Warenaufmacher und Versandfertigmacher werden nach der erteilten Auskunft in die Lohngruppe I c eingruppiert, die verwandte Tätigkeit des Kommissionierers in die Lohngruppe II a. Nach den übersandten Auskünften der Tarifvertragsparteien und den beigefügten Tarifverträgen ist der Senat davon überzeugt, dass die benannten Tätigkeiten nach ihrem Wert und ihrer Bedeutung für die Tarifvertragsparteien aufgrund ihrer Eingruppierung in den einschlägigen Gehalts- und Lohngruppen auch einem Facharbeiter zumutbar sind. Dies gilt umso mehr, als sich bei den einschlägigen Beispielen der Tarifverträge eine Durchmischung von ungelernten bzw. angelernten Tätigkeiten mit solchen Arbeiten ergibt, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Es handelt sich somit um für Facharbeiter grundsätzlich sozial zumutbare Verweisungstätigkeiten.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG.

Die Revision war nicht zuzulassen, weil die Voraussetzungen des § 160 Abs. 2 SGG nicht erfüllt sind.

Die Veröffentlichung des Urteils erfolgt nach ausdrücklicher Genehmigung durch den Präsidenten des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main. Eine Nutzung dieses Urteils von Sozialversicherung-kompetent.de zur gewerblichen Nutzung ist untersagt.

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