Die Geschichte der Rentenversicherung

Am 17.11.1881 verlas der Reichskanzler Otto von Bismarck die „Kaiserliche Botschaft“. Diese erste staatliche Sozialgesetzgebung sah hier Gesetze zum Schutze der Arbeiter für den Fall von Krankheit, Unfall, Invalidität und zur Versorgung im Alter vor.

Im Jahr 1889 trag das Invaliditäts- und Alterssicherungsgesetz in Kraft. Dies war die Geburtsstunde unserer heutigen Gesetzlichen Rentenversicherung

Im Jahr 1911 kam das Versicherungsgesetz für Angestellte und im Jahr 1923 das Reichsknappschaftsgesetz für die Rentenversicherung der Arbeiter im Bergbau hinzu.

Rentenreform im Jahr 1957

Durch eine umfangreiche Rentenreform wurde im Jahr 1957 die Gesetzliche Rentenversicherung reformiert. Ab diesem Jahr wurden die Renten dynamisch. D. h. die Höhe der Renten wurden an die Lohnentwicklung angepasst. Dies geschah unter dem Aspekt, dass ein gleichbleibender Lebensstandard im Alter ermöglicht wird.

Auch die Finanzierung wurde mit dieser Rentenreform radikal verändert. Hier wurde durch den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer eine erste Version des Umlageverfahrens eingeführt. Es wurde damit kein Kapital mehr für die Renten aufgebaut.

Generationenvertrag

Mit diesem Umlageverfahren entstand auch der sogenannte Generationenvertrag. Dem lag ein Konzepte von Wilfried Schreiber (auch als Schreiber-Plan bekannt) zu Grunde, der vorsah, dass die Erwerbstätigen (wirtschaftlich Aktiven) jeweils die Rentner (wirtschaftlich Inaktiven) finanzieren. Dadurch bauen sich die Erwerbstätigen einen Rentenanspruch auf, der ihnen dann selbst Ansprüche im Rentenalter sichert.

Bereits in diesem Jahr wurde der Beruf des Rentenberater eingeführt, da die Bürger eine kompetente Beratung für ihre Altersversorgung und Vertretung in den gesamten Angelegenheiten der Sozialversicherung – u. a. aufgrund der damals schon umfangreichen Gesetzgebung – benötigten.

Das Jahr 1968

Im Jahr 1968 wurde unser heutiges Umlageverfahren zur Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt. Die Beiträge, die die Arbeitnehmer monatlich in die Rentenkassen eingezahlt haben, wurde sofort wieder an die Rentner ausgezahlt.

Das Sozialgesetzbuch – Sechstes Buch

Mit dem Sozialgesetzbuch – Sechstes Buch (SGB VI) wurden im Jahr 1992 die Gesetze der Gesetzlichen Rentenversicherungen in einem Gesetzeswerk zusammengefasst.

Die bisher größte Rentenreform

Im Jahr 2006 wurde mit dem RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz die Gesetzliche Rentenversicherung erneut reformiert. Bedingt durch die immer älter werdende Bevölkerung und zudem im Vergleich hierzu immer weniger Beitragszahler werden durch die Bundesregierung weitreichende Änderungen beschlossen, die u. a. auch das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre anhebt.

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