Häufige Fragen-Antworten zur Altersrente für langjährig Versicherte

Was ist die Altersrente für langjährig Versicherte?

Die „Altersrente für langjährig Versicherte“ ist eine Altersrente, welche von der Gesetzlichen Rentenversicherung geleistet werden kann. Die Besonderheit an dieser Altersrente ist, dass diese bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze beantragt und beansprucht werden kann.

In welcher Rechtsvorschrift ist diese Altersrente geregelt?

Die Altersrente für langjährig Versicherte ist in § 36 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) und in § 236 SGB VI geregelt.

Wann gilt jemand als „langjährig versichert“ im Sinne dieser Altersrente?

Ein Versicherter gilt dann als „langjährig versichert“ im Sinne der Altersrente für langjährig Versicherte, wenn eine Wartezeit (Vorversicherungszeit) von 35 Jahren bzw. 420 Monaten erfüllt wird.

Welche Zeiten werden auf die Wartezeit für die Altersrente für langjährig Versicherte angerechnet?

Auf die Wartezeit für die Altersrente für langjährig Versicherte werden Kalendermonate mit Beitragszeiten, Anrechnungszeiten, Zurechnungszeiten, Ersatzzeiten und Zurechnungszeiten angerechnet.

Darüber hinaus werden Zeiten angerechnet, die sich aus Zeiten eines durchgeführten Versorgungsausgleichs, aus einem Rentensplitting unter Ehegatten/Lebenspartnern und aus Zuschlägen aus dem Arbeitsentgelt von Minijobs (geringfügigen Beschäftigungen) ergeben.

Wann kann die Altersrente für langjährig Versicherte frühestens in Anspruch genommen werden?

Die Altersrente für langjährig Versicherte kann frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr beansprucht werden, wenn zu diesem Zeitpunkt sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden. Bei Inanspruchnahme der Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr entstehen allerdings Rentenabschläge, welche vom Geburtsjahrgang des Versicherten abhängig sind.

Versicherte, die 1956 geboren sind und damit im Jahr 2019 die Rente beanspruchen können, werden Rentenabschläge in Höhe von 10,2 Prozent berechnet.

Können die Rentenabschläge ausgeglichen werden?

Ja, bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme einer Altersrente können die berechneten Rentenabschläge „zurückgekauft“ werden. Das heißt, dass zusätzliche – im Regelfall relativ hohe – Zahlungen an den Rentenversicherungsträger erforderlich sind. Die für den Ausgleich der Rentenabschläge erforderlichen Zahlungen werden individuell berechnet.

Wird auch die Altersgrenze von 63 Jahren, ab der die Altersrente frühestens beansprucht werden kann, in Zukunft erhöht?

Nein, die frühste Inanspruchnahme der Altersrente für langjährig Versicherte ist nach den gesetzlichen Vorschriften auch in Zukunft weiterhin mit dem vollendeten 63. Lebensjahr möglich. Die maximalen Rentenabschläge belaufen sind dann auf maximal 14,4 Prozent. Diese maximalen Rentenabschläge kommen allerdings erst für die Jahrgänge ab 1964 (ab dem Jahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze für alle Versicherten einheitlich beim vollendeten 67. Lebensjahr) zum Tragen.

Gibt es Ausnahmen, dass die Rente bereits vor 63 beansprucht werden kann?

Ja, im Zuge der schrittweisen Anhebung der Altersgrenze bei der Altersrente für langjährig Versicherte wurden für bestimmte Personen Vertrauensschutzregelungen geschaffen. Die Vertrauensschutzregelungen, welche in § 236 Abs. 2 Satz 3 SGB VI definiert sind, ermöglichen für bestimmte Versicherte die Altersrente bereits vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch zu nehmen.

Die Vertrauensschutzregelungen gelten für Versicherte, die zwischen dem 31.12.1947 und dem 01.01.1955 geboren wurden und mit ihrem Arbeitgeber vor dem 01.01.2007 Altersteilzeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes vereinbart haben.

Außerdem gibt es für Versicherte eine Vertrauensschutzregelung, die ab dem 01.01.1948 geboren wurden und Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben.

Wann die Altersrente von Versicherten, die von der Vertrauensschutzregelung erfasst werden, beansprucht werden kann, kann unter: Altersrente für langjährig Versicherte, Altersgrenzen, Altersgrenzen nachgelesen werden.

Müssen bei der Altersrente für langjährig Versicherte Hinzuverdienstgrenzen beachtet werden?

Ja, die Hinzuverdienstgrenzen müssen beachtet werden bis die Regelaltersgrenze erreicht wurde. Die Regelaltersgrenze ist – da diese seit dem Jahr 2012 schrittweise auf das vollendete 67. Lebensjahr erhöht wird – vom Geburtsjahrgang abhängig.

Ein Hinzuverdienst bis zu 6.300,00 Euro kalenderjährlich hat bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze keine Auswirkungen auf die Zahlung der Altersrente. Wird die Hinzuverdienstgrenze von 6.300,00 Euro überschritten, wird ein Zwölftes des übersteigenden Anteils zu 40 Prozent auf die Rentenzahlung angerechnet.

Unter Umständen kann sich eine weitere Rentenkürzung durch den sogenannten Hinzuverdienstdeckel ergeben.

Ab Erreichen der Regelaltersgrenze muss keine Hinzuverdienstgrenze mehr beachtet werden. Das heißt, dass es zu keiner Rentenkürzung mehr kommen kann, egal wie hoch der Hinzuverdienst ist. Die Altersrente wird dann immer in voller Höhe ausgezahlt.

Was ist der Hinzuverdienstdeckel?

Mit dem Hinzuverdienstdeckel soll erreicht werden, dass die Rente zusammen mit dem Hinzuverdienst nicht höher sein darf als der höchste Verdienst der letzten 15 Jahre vor Rentenbeginn. Der Hinzuverdienstdeckel wird also je Versicherten individuell errechnet.

Sollte der Hinzuverdienst und die (durch Überschreiten der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze) gekürzte Rente den Hinzuverdienstdeckel überschreiten, kommt es zu einer nochmaligen Rentenkürzung.

Auch die Berechnung/Beachtung des Hinzuverdienstdeckels hat nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Relevanz.

Weitere Artikel zum Thema:

Forum Rentenberatung

Sie haben Fragen zu Themen rund um die Sozialversicherung? Dann nutzen Sie die Community vom Forum Rentenberatung!

Forum Rentenberatung

Hier können Sie Ihre Fragen rund um die Gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung stellen und anderen mit Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen helfen!

Melden Sie sich hier an und nutzen Sie diesen kostenlosen Service!

Rentenversicherung

Gesetzliche Rentenversicherung

Krankenversicherung

Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung

Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeversicherung

Unfallversicherung

Gesetzliche Unfallversicherung

Newsletter-Anmeldung